Du hast dir einen alten Kastenwagen gekauft, oder einen VW Bulli angelacht? Dieser soll jetzt zum Wochenend- und Urlaubsmobil herhalten, und am besten noch selbst ausgebaut werden? Klasse, Glückwunsch zu dieser Entscheidung, du wirst hoffentlich viele schöne Moment damit erleben. 

Für jeden Ausbau wirst du bei deiner Planung unweigerlich auf das Thema Isolierung und Dämmung treffen. Hierzu haben wir einen kleinen Bericht/Leitfaden verfasst, der auf Erfahrungswerten und Fachwissen beruht.

Zuerst sollte man sich die Frage stellen, in welchen Regionen und zu welcher Jahreszeit man mit dem neuen rollenden Eigenheim unterwegs sein möchte. 

Für Reisen innerhalb Europas, wo zur Campingzeit keine Temperaturen unter 0 Grad herrschen, und evtl. eine Standheizung verbaut wird, empfehlen wir eine Isolierstärke von 19mm Armaflex Kautschukplatten. Bei einer geplanten Expedition in kältere Regionen sollte mindestens mit der doppelten Stärke gedämmt werden (Es sollte hier jedoch fahrzeugspezifisch geschaut werden, welche Flächen isoliert werden können, und wo die meiste Wärme verloren geht, z.B. bei Hochdächern, Fenstern, etc.)

Eine weitere sinnvolle Aufteilung mit z.B. 25mm Isolierung an den Decken und 19mm Isolierung an den Wänden ist natürlich auch möglich.

Verarbeitung:

Nachdem die Verkleidung entfernt, und das nackte Blech sichtbar ist, muss dieses unbedingt von alten Rückständen befreit, gesäubert und entfettet werden. Zum Entfetten und zur Entfernung von Kleberrückständen empfiehlt sich z.B. Armaflex Reiniger und ein Lappen.

Jetzt kann mit der Bastelarbeit begonnen werden. Da aber jedes Fahrzeug seine eigene Konstruktion und Bauform besitzt, ist es schwer auf jedes Detail der Verarbeitung einzugehen. Nachstehend die wichtigsten und grundlegenden Hinweise für die Verarbeitung:

Benötigtes Werkzeug:

  • Messer
  • Zollstock/Maßband
  • Unterlage
  • Gelstift
  • Silberstift
  • evtl. Handschuhe

Zunächst muss die zu isolierende Stelle ausgemessen werden. Diese Maße anschließend auf das Armaflex übertragen, ausschneiden und an das Blech kleben. Hierzu kann bei komplizierteren Bereichen eine Pappschablone als Hilfe zum Maßnehmen verwendet werden. (zweimal messen, einmal schneiden.)

Die Schutzfolie der klebenden Seite bitte erste dann abziehen, wenn ihr sicher seid, dass dieses Stück auch passt. Eine Korrektur ist nach dem Aufkleben nicht mehr möglich. Es bietet sich an, zuerst nur einen kleinen Teil der Schutzfolie zu entfernen und die Isolierung an der richtigen Position „anzusetzen“. Anschließend die Folie Stück für Stück abziehen und das Armaflex gut an die Karosserie andrücken.

Es gilt eine einfache Grundregel: keine Hohlräume überkleben!! (z.B. die Holme)

Das anfallende Schwitzwasser kann nicht mehr entweichen, sodass es in den Hohlräumen modern kann. An dieser Stelle auf keine Isolierung setzen und der Feuchtigkeit die Chance geben wieder abweichen zu können. Das Armaflex Tape eignet sich nur als Entkopplung zwischen dem Blech und einer Holzverkleidung. Ohne eine Entkopplung kann es zu unangenehmen Quietscht-Geräuschen beim Fahren kommen. Das Tape sollte an den Stellen der Verschraubung der Verkleidung auf das Blech geklebt werden, um diese Geräusche zu verhindern.

Die Sicken im Dachbereich müssen ggf. mit Armaflex-Streifen ausgefüllt werden, um anschließend die Armaflex-Platte glatt verkleben zu können. Die Streifen können aus der Platte selber zugeschnitten werden.

Die Holme oder Hohlräume bitte nicht ausschäumen. Die Verbindung zwischen Blech und Schaum wird sich durch die Bewegungen des Fahrzeuges wieder lösen. Dadurch entstehen kleine Spalte und Risse im Schaum. In diesen kann sich Feuchtigkeit sammeln, am Blech herunterlaufen und an der Karosserie zu Rostbefall führen.

Als weiteres muss beachtet werden, das „Kältebrücken“
vermieden werden. Diese entstehen häufig, wie oben genannt durch Risse und Spalten in der Isolierung. Auch durch Montagefehler beim Anbringen der Armaflex Dämmung kann es zu ungewollten Kältebrücken kommen, die Wärmespeicherung im Innenraum des Fahrzeugs wird so vermindert

Bei der Isolierung des Bodens muss mit einer Unterkonstruktion gearbeitet werden, z.B. mit einer Holzlattung. Diese schützt die Bodenisolierung, und sorgt für genügend Druckbelastbarkeit des anschließend aufgebrachten Bodenbelages. Bitte nicht auf eine Unterkonstruktion verzichten, da jeder Dämmstoff beim Komprimieren stark an Dämmwirkung verliert.

Wenn diese Punkte beachtet werden, sollte einem erfolgreichen Camper Ausbau nichts mehr im Wege stehen.
Bei Fragen oder Problemen stehen wir gerne zur Verfügung.

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